Catch and Release: Fische fangen und zurücksetzen

Zunehmend mehr Angler können sich für catch & release begeistern. Allerdings ist C & R äußerst umstritten und nach der derzeitigen Gesetzeslage verboten.

Catch & Release bezeichnet das Zurücksetzen von gefangenen Fischen und ist nicht nur unter Anglern sondern auch unter Tierschützern ein umstrittenes Thema. Die Bezeichnung stammt aus dem Englischen und könnte auch mit „Leben und leben lassen“ oder einfach nur „Fangen und Zurücksetzen“ übersetzt werden. Die Problematik besteht darin, dass manche Leute der Meinung sind es mache keinen Sinn, ein Tier zu fangen um es anschließend wieder freizulassen. Der Fang der Fische sei eine unnötige Belastung und sogar mit dem Risiko verbunden, dass die Fische nach dem Zurücksetzen aufgrund von Schwäche oder Verletzungen verenden. Besonders umstritten ist CPR - Catch, Photograph & Release (Fange, fotografiere und setze zurück) dass vor allem von Karpfenanglern des Öfteren praktiziert wird. Hier wird von Tierschützern bemängelt, dass der Fang der Tiere ausschließlich als Freizeitbeschäftigung gedacht ist und mit der Beschaffung von Nahrung nichts zu tun hat.

Selbstverständlich gibt es auch gegenteilige Meinungen. Manche sind wiederum der Meinung, das Zurücksetzen von Fischen sei ein positiver Beitrag zur Schonung beziehungsweise zum Erhalt der Fischbestände. Außerdem sei man von Gesetzgeber beziehungsweise vom Gesetz sogar dazu verpflichtet, manche Fische zurückzusetzen. Das ist beispielsweise bei Fischen der Fall, deren Fang untersagt ist, die das vorgesehene Mindestmaß nicht erreicht haben oder während der Schonzeit gefangen wurden. An dieser Stelle ist anzumerken, dass sich Catch and Release (kurz C&R) ausschließlich auf das Zurücksetzen von Fischen bezieht, die die genannten Vorgaben des Gesetzgebers nicht erfüllen und deshalb eigentlich nicht zurückgesetzt werden dürfen. Dadurch ergibt sich eine weitere Problematik: Angler, die bewusst ihre gefangenen Fische zurücksetzen, verstoßen gegen das Gesetz. Sie werden wegen Tierquälerei strafbar – und es gab sogar schon Verurteilungen, die meist auf eine Geldstrafe hinausgelaufen sind.

Aufgrund der gesetzlichen Rahmenbedingungen sind etliche Angler darum bemüht, eine Gesetzesänderung zu bewirken. Ob sich diese jedoch erzielen lässt ist fraglich. Auf der einen Seite gibt es in der Tat mehrere Gründe, die für Catch and Release sprechen, wie zum Beispiel der Erhalt der Fischbestände (nicht nur durch das eigentliche Zurücksetzen, sondern beispielsweise auch durch den Erhalt des Erbguts alter, großer Fische). Auf der anderen Seite muss man sich vor Augen halten, dass das Argument der Tierquälerei ebenfalls zutrifft – ein Drill ist für einen Fisch mit Sicherheit keine angenehme Sache. Aufgrund des komplizierten Sachverhalts soll abschließend darauf hingewiesen werden, dass diese Webseite für keine der beiden Seiten Partei ergreift.