Im Land der tausend Seen: Flusskrebse und Raubfische entdecken

Finnland ist das see- und waldreichste Land Europas. Allein 86 Prozent des Landes sind mit Wäldern bedeckt, dominant sind neben Moorlandschaften besonders die Kiefern- und Nadelwälder. Fast 190.000 Seen säumen die Landschaft. Aus diesem Grund zählt Finnland zu den dünnst besiedelten Ländern Europas, gerade einmal 5,4 Millionen Menschen leben dort, obwohl Finnland nur geringfügig kleiner ist als Deutschland.

Flora und Fauna sind sehr facettenreich. Fünf landschaftliche Großräume prägen das Bild: die Küstenebenen Südfinnlands und des Österbottens, die Finnische Seenplatte im Landesinnern, das Finnische Hügelland im Osten und Lappland im Norden. Bis zu 42.000 verschiedenen Tierarten leben in Finnland. Darunter der Flusskrebs.

Flusskrebse in Finnland

Flusskrebse sind dämmerungs- und nachtaktive Tiere. Sie leben vorzugsweise in Gewässern biologischer Reinheit. Sie sind Allesfresser, zu ihrer Nahrung gehören Würmer, Molche, Frösche, kleine Fische, Aas, Algen Tang und vieles mehr.

Am 21. Juli beginnt in Finnland die Flusskrebs-Saison. Jedes Jahr werden ungefähr drei bis vier Millionen Krebse gefangen. Die Finnen inszenieren die ersten Krebsfänge des Jahres mit großen Familienfeiern. Diese Tradition wurde vermutlich von den Schweden übernommen, die Finnland im 14. Jahrhundert angliederten. Flusskrebse werden sowohl als Vorspeise sowie als Hauptgericht serviert. In jedem Fall wird getoastetes Brot, Dill, Bier und Schnaps dazu gereicht.

Die besten Fangstrategien

Die Finnische Seenplatte im Landesinnern bietet zahlreiche Möglichkeiten für den Fang von Flusskrebsen. Da diese nachtaktiv sind, muss der ambitionierte Angler auch nachts noch hellwach sein. Die Flusskrebse findet man in flachen Gewässern, häufig unter Steinen, hinter den sie sich vor Räubern wie dem Aal verstecken. Wer schnell ist, kann auch versuchen, sie mit der Hand zu fangen, ansonsten können Reusen und Teller leicht selber nachgebaut werden. Auch Hakenköder sind geeignet.

Alternative zum Flusskrebs: Angler stellen Lachs und Hecht nach

Krebse mögen zwar lecker sein, doch mit der Angel sind sie nur bedingt zu fangen. Mehr Spaß macht es, großen Raubfischen nachzustellen. Einer der beliebtesten Fisch bei Anglern in Finnland ist der Lachs. Ihn zu fangen, ist aber nicht leicht. Interessenten sollten sich rechtzeitig über geeignete Gewässer und Fangmethoden informieren. Das größte Abenteuer verspricht das Fliegenfischen: Mit schweren Einhandruten und leichten Zweihandruten kann den großen Salmoniden nachgestellt werden.

Auch zum Hechtangeln ist Finnland bestens geeignet. Vor allem die vielen kleinen Inseln an der Südwestküste des Landes bilden eine Region, in der Hechtangler auf ihre Kosten kommen. Vom Ufer aus kann den Räubern allerdings nicht ganz so gut nachgestellt werden. Es ist empfehlenswert, sich ein Boot zu mieten. Mit einem Boot tut man sich deutlich leichter, zumal es dann auch möglich ist, schwere Hechtstreamer mit der Fliegenrute zu werfen.