So funktioniert das Ziebelschalenprinzip bei Angelbekleidung

In diesem Jahr meint es der Frühling nicht besonders gut mit uns Anglern. Denn ganz egal wie sehr man auch um ihn bittet, es bleibt kalt und zeitweise schneit es sogar. Viele Gewässer sind daher immer noch zugefroren und auch sonst bereitet das Angeln bei diesem Wetter keine besonders große Freude. Es ist bitterkalt, was man am See oder Fluss meist schnell zu spüren bekommt.

Natürlich gibt es einige Angler, die sich hiervon nicht abschrecken lassen und daher trotzdem losziehen. Schließlich muss man nicht unbedingt frieren: Wie wohl man sich am Gewässer fühlt, hängt ganz stark davon ab, wie man gekleidet ist. Wer auf die richtige Kleidung setzt, kann auch bei Minustemperaturen und starkem Regen viele Stunden lang aushalten.

Einige Leute mögen nun denken, dass es einfach nur erforderlich ist, teure Funktionskleidung zu kaufen. Doch damit liegen sie falsch: Die Art der Kleidung und vor allem das Kombinieren einzelner Kleidungsstücke führt letztlich zum Erfolg. Am wichtigsten ist das so genannte Zwiebelschalenprinzip: Man trägt mehrere Schichten, um eine gute Isolierung zu erzielen. Genauer erklärt wird das Prinzip hier bei Wikipedia.

Leider wird das Zwiebelschalenprinzip immer wieder falsch angewendet. Einige Personen meinen, sie müssten einfach nur genügend Kleidungsstücke übereinander tragen, damit sie nicht mehr frieren. Dies ist falsch: Wichtig ist die Isolierung. Wer schlecht isolierte Kleidung trägt, friert schneller - mehrere Schichten sorgen nur dafür, dass der Körper noch mehr Energie aufwenden muss, um sich und die umliegenden Kleidungsschichten zu wärmen.

Da Angler keine Polarexpeditionen machen, genügt es im Regelfall, drei bis vier Schichten zu tragen. Die erste Schicht ist der so genannte Base-Layer. Diese Schicht soll warm geben und Schweiß bzw. Feuchtigkeit (nutzt der Körper zur Regulierung seiner Temperatur auch bei Kälte) gut abtransportieren. Baumwollkleidung ist daher eine schlechte Wahl, sie wärmt nicht gut und speichert zudem Feuchtigkeit. Atmungsaktive Thermounterwäsche ist eine bessere Wahl, vor allem in Sportgeschäften kann man heutzutage auf eine große Auswahl blicken.

Als nächstes folgt der Mid-Layer. Hier gilt es für eine gute Isolation zu sorgen, vor allem Fleece-Pullover oder Softshell-Pullover sind eine gute Wahl. Er es sich leisten kann, trägt dünne Daunenjacken. Diese versprechen eine besonders gute Isolierung und liegen immer noch so gut an, dass man eine dritte Schicht darüber tragen kann.

Bei der dritten Schicht entscheidet man sich je nach Wetterlage für eine Hardshell-Jacke oder Softshell-Jacke. Softshells fühlen sich etwas besser an, sind auf Dauer aber nicht wasserdicht. Da viele Angler auch bei Dauerregen draußen sind, ist meist besser, sich für eine gute Hardshell-Jacke zu entscheiden. Vor allem The North Face Jacken halten auch beim Angeln warm, insbesondere die Modelle, die über eine gute Membran (z.B. Goretex) verfügen. Ich selbst besitze eine solche Jacke (siehe hier meinen Test zur TNF All Terrain Jacket) und bin damit sehr zufrieden. Wichtig: Die Jacke muss wasserdicht und winddicht sein, die Atmungsaktivität darf auch nicht zu kurz kommen. Außerdem ist eine Kapuze empfehlenswert.

Eine Kapuze ist letztlich nur ein Regen- und Windschutz. Damit der Kopf schön warm bleibt (ist sehr wichtig, denn über ihn geht sonst viel Wärmeenergie verloren) sollte man außerdem eine Mütze tragen. Dicke Wollmützen oder Fleece-Mützen sind für Angler ideal, ich selbst kann mittlerweile auf eine ganz umfangreiche Sammlung an Mützen blicken. Hier gibt es meine Tipps zur Auswahl einer guten Angelmütze.

Zum Abschluss noch ein Hinweis auf das Schuhwerk: Bei solch niedrigen Temperaturen macht es natürlich wenig Sinn, in Gummistiefeln ans Gewässer zu gehen. Selbst hochwertige Anglerstiefel geben bei Minusgraden nicht lange warm. Ich rate daher zu soliden Wanderstiefeln, die sind nämlich bequem und geben ebenfalls warm - zumindest wenn man sich für ein Wintermodell entschieden hat.