Aufspulen von Angelschnur ohne Drall

Das Aufspulen von geflochtener und monofiler Angelschnur ist ganz leicht. Wichtig ist es, jeweils die richtige Methode zu wählen, damit kein Drall entsteht.

So gut wie jeder Angler dürfte es schon einmal geschafft haben, eine so genannte Perücke zu werfen. Gemeint ist das Verheddern der Angelschnur: Beim Wurf kommt es manchmal vor, dass die Schnur regelrecht von der Spule springt und sich dann extrem stark verfängt und ein richtiges Schnurknäuel bildet. Häufig bleibt einem gar keine andere Wahl, als die Schnur abzuschneiden und zu entsorgen. Ein Entwirren ist oftmals nicht möglich oder würde mehrere Stunden in Anspruch nehmen.

Wenn die Schnur von der Spule springt (was übrigens nicht nur bei der Stationärrolle, sondern auch bei der Multirolle und Fliegenrolle passieren kann), liegt die Schuld oftmals beim Angler. Wer seine Angel Schnur falsch aufspult, programmiert den Ärger selbst vor. Deshalb ist es auch so wichtig, beim Auspulen alles richtig zu machen, damit dieses Problem gar nicht erst entsteht.

Auf die Technik kommt es an

Wie man beim Aufspulen verfährt, hängt ganz von der Angelrolle und der Schnurspule ab. Am einfachsten ist es, wie im Angelshop zu verfahren bzw. mit einer Maschine zum Aufspulen zu arbeiten. Der Ansatz ist relativ simpel: Die Spule wird von der Angelrolle abgenommen und parallel zur Schnurspule positioniert. Man spannt sie ein und knotet die Angelschnur einfach fest. Hierbei ist es wichtig, dass man einen ordentlichen Spulenknoten macht. Weil viele geflochtene Schnüre sehr rutschig sind und sich manchmal auf der Spule drehen, ist es manchmal hilfreich, etwas Klebeband bzw. einen griffigen Belag auf der Spulenoberfläche anzubringen

Anschließend wird per Motor gespult: Die Angelschnur wird direkt übertragen, man muss lediglich mit dem Finger immer wieder seitlich hin und her fahren, damit die Schnur auf der Spule möglichst gleichmäßig verteilt wird. Gerade wenn man seine Angelschnur von der Großspule holt, ist es auf diese Weise möglich, ohne Drall aufzuspulen.

Nun werden die meisten Angler bestimmt sagen, dass sich eine solche Maschine nicht besitzen. In solchen Fällen bietet es sich an, einen Kauf zu tätigen. Inzwischen gibt es einige Angelgeschäfte und Angelhändler, die entsprechende Maschinen verkaufen. Ansonsten ist es ratsam, seine Angelspulen im Fachgeschäft bespulen zu lassen, auch wenn dadurch unter Umständen Kosten anfallen.

Aufspulen ohne Maschine

Wer von Hand aufspult, muss vorsichtiger sein. Rollte man die Großspule auf dieselbe Weise ab, wird die Angelschnur automatisch mit einem Drall aufgewickelt. Schuld ist der Rotor der Stationärrolle, welcher die Schnur umlegen muss und dadurch den Drall erzeugt. Einige Schnurhersteller raten bei dieser Technik zum seitlichen Abziehen der Schnur über die Kante Schnurspule. Dadurch wird der Drall zum größten Teil aufgehoben.

In beiden Fällen ist es ratsam, die Schnur bei den ersten Würfen mit einem Finger auf der Spule zu fixieren bzw. stark zu bremsen. Sollte sich eine Schnurperücke bilden, gilt es sofort zu stoppen. Dann zieht man die Schnur von Hand ab und versucht sie zu entdrallen. Beim späteren Werfen am Gewässer bekommt man den restlichen Drall auch von der Schnur. Nur einen Fehler darf man nicht machen: Mit der fisch bespulten Angelrolle gleich beim ersten Mal mit voller Kraft auswerfen. Dann ist eine verdrallte Schnur so gut wie garantiert.