Was man über die Tragkraft von Angelschnur wissen muss

Die Tragkraft von Angelschnüren wird durch mehrere Faktoren beeinflusst. Angler müssen diese Faktoren kennen, um sicher angeln zu können.

Viele Angler entscheiden sich bewusst für eine geflochtene Angelschnur, die eine hohe Tragkraft aufweist. Es wird absichtlich auf eine starke Schnur gesetzt, um jeden Fisch sicher landen zu können. Allerdings reicht es nicht aus, eine Angelsehne zu kaufen, die stark belastbar ist. Die hohen Tragkraftwerte, die von den Herstellern angegeben werden, sollte man nämlich mit Vorsicht genießen.

Diverse Tests belegen, dass die Hersteller der Angelschnüre bei ihren Angaben gerne aufrunden. Die angegebenen Gewichte werden in der Praxis nur selten erreicht. Die reale Belastbarkeit ist meistens geringfügig niedriger angesiedelt. Außerdem gibt es Faktoren, die auf die Schnurtragkraft einen enormen Einfluss nehmen und diese ggf. stark verringern können.

Einflussgrößen auf die Tragkraft

Bei einem dieser Faktoren handelt es sich um das Alter der Angelschnur. Ob es sich um eine geflochtene oder eine monofile Angelschnur handelt, ist eigentlich zweitrangig: Je älter eine Schnur ist, desto geringer ist ihre Tragkraft. Der Zahn der Zeit geht an den Spuren nicht vorüber. Sonnenlicht bzw. UV-Strahlen sowie auch trockene Luft können den Schnüren zusetzen. Deshalb ist es auch weniger empfehlenswert, Angelschnüre in großen Mengen zu kaufen und sie dann Jahre lang zu lagern. Besser ist es, sie gleich zu fischen. Natürlich kann man Schnüre mehrere Jahre lang lagern und auch fischen, doch bei wirklich alten Schnüren sollte man aufpassen.

Auch die Nutzung ist ein wichtiger Faktor: Je häufiger und stärker eine Schnur beansprucht wird, desto geringer wird die Tragkraft. Dies gilt besonders für eine Überdehnung. Wer beispielsweise häufig mit viel Kraft zieht, um Hänger zu lösen, tut seiner Angelschnur damit keinen Gefallen. Daher kann es von Zeit zu Zeit empfehlenswert sein, die vorderen Meter abzuschneiden.

Praktische Hinweise zur Angelschnur

Wer mit geflochtener Schnur angelt, sollte vor allem auf das Coating achten. Hierbei handelt es sich um eine Ummantelung. Hersteller bringen bei den meisten geflochtenen Angelsehnen ein Coating an, welches die zahlreichen kleinen Fäden schützen soll. Diese sind nämlich empfindlich: Sie scheuern schnell durch und verringern die Tragkraft ganz deutlich. Ist das Coating durchgescheuert, wird es kritisch. Daher sollten Angler auch möglichst nur Markenqualität kaufen: Hochwertige Schnüre verfügen meist über ein besseres Coating.

Viel einflussreicher als alle anderen Faktoren ist jedoch der Knoten. Ein falscher Angelknoten kann die Schnurtragkraft deutlich mindern. Deshalb ist es umso wichtiger, sich mit Knotenkunde zu beschäftigen und zuverlässige Knoten zu erlernen. Wer einen falschen Knoten macht, kann die Belastbarkeit der Angelschnur problemlos halbieren. Bindet man hingegen einen guten Knoten, wird die Belastbarkeit so gut wie gar nicht beeinträchtigt.